MSCI Colcap Index verzeichnet Rückgang im BVC nach negativem Bericht von JP Morgan über Kolumbien
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Nachdem die US-Bank JP Morgan erklärt hatte, Kolumbien sei derzeit kein Investitionsziel, verzeichnet der Index MSCI Colcap an der kolumbianischen Börse (BVC) einen Abwärtstrend.
Laut dem Unternehmen „ist das Interesse an kolumbianischen Aktien nach der jüngsten Rallye aufgrund der kurzfristigen US-Zolldrohung zwar gestiegen, wir sind jedoch nach wie vor der Meinung, dass keine wesentlichen fundamentalen Treiber in Sicht sind.“
Der MSCI Colcap-Index ist der wichtigste Maßstab für den kolumbianischen Aktienmarkt und setzt sich aus den 20 Emittenten und 25 liquidesten Aktien zusammen. Die Gewichtung der Aktien erfolgt nach angepasster Marktkapitalisierung und ohne Teilnahmebeschränkung.
Der MSCI Colcap Index verliert laut BVC-Daten aktuell 0,27 Prozent und steht nun bei 1.644,40 Einheiten.
Zu den Unternehmen, die im BVC die stärksten Rückgänge verzeichneten, zählen Grupo Aval (2,95 Prozent), Banco de Bogotá (2,60 Prozent), Cementos Argos (2,07 Prozent), ISA (2,05 Prozent) und Ecopetrol (1,88 Prozent).
Höher gehandelt werden hingegen die Aktien von Grupo Energía Bogotá (2,32 Prozent), Nutresa (3,54 Prozent), Bancolombia (1,06 Prozent) und Davivienda (1,06 Prozent).
Für JP Morgan gibt es lokale und externe Risiken, die überwacht werden müssen. Auf nationaler Ebene, so sagt er, habe Kolumbien nach wie vor einen der höchsten Leitzinsen der Region (9,5 Prozent), und der Haushaltsdruck halte an.
„Ein potenzieller mittelfristiger Katalysator könnte mit den Präsidentschaftswahlen im Mai 2026 einhergehen, die sich zu einem wichtigen Markttreiber entwickeln werden. Wir glauben jedoch, dass es zu früh ist, bereits jetzt eine Position dazu einzunehmen“, sagten sie.
Auf der externen Seite ist anzumerken, dass US-Präsident Donald Trump die Androhung von Zöllen gegen Gustavo Petro als Verhandlungstaktik in Einwanderungsfragen möglicherweise weiterhin einsetzen wird, was zu weiterer Volatilität an den Märkten führen könnte.
Darüber hinaus weist er darauf hin, dass die Bemühungen zur Steigerung der heimischen Ölproduktion in den USA zu niedrigeren Ölpreisen führen könnten, was sich negativ auf die Währung und die Steuereinnahmen auswirken würde.
Abschließend weist er darauf hin, dass es Risiken gebe, die kolumbianische Aktien beeinträchtigen könnten. Konkret heißt es darin, dass die Rentenreform aufgrund sinkender Mittelzuflüsse bei den Rentenfondsverwaltern (AFP) zu einer Abschwächung der Dynamik des Aktienhandelsvolumens führen werde.
eltiempo